Augenkrebs bei Kindern aufspüren
Blitzlichtaufnahmen geben Hinweise
Entdecken Eltern auf einem Blitzlichtfoto einen weißen Fleck im Auge ihres Kinds, weist das auf einen bösartigen Tumor hin: das Retinoblastom. Darauf machen Experten des Berufsverbands der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) aufmerksam.
Eine Krebsform im frühen Kindesalter
Das Retinoblastom ist ein seltener Tumor der Netzhaut – er kann spontan entstehen oder vererbt sein. In Deutschland ist etwa eins von 18.000 Kindern von dieser Krebserkrankung betroffen. „Sie entwickelt sich von unreifen Netzhautzellen und macht sich bemerkbar, wenn Kinder knapp zwei Jahre alt sind, höchstens aber fünf Jahre“, erklärt Kinder- und Jugendarzt Martin Terhardt. Erkennen Ärzte den Krebs frühzeitig, stehen die Heilungschancen gut. In der Regel bekommen betroffene Kinder eine Strahlen- oder Lasertherapie. Diese kombinieren Ärzte manchmal auch mit einer Chemotherapie. Im fortgeschrittenen Stadium sieht die Lage heikler aus. Hier müssen Ärzte meistens den Augapfel entfernen.
Blitzlichtaufnahme: weißer Fleck statt rote Augen
Mit der Blitzlichtfoto-Methode können Eltern einem Retinoblastom frühzeitig auf die Spur kommen. Dafür sollten sie ihr Kind direkt von vorne mit einem automatischen Blitz ablichten. Zudem gilt es – anders als bei schönen Portrait-Aufnahmen – den Anti-Rote-Augen-Effekt nicht einzuschalten. Auch sollte der Raum nicht zu hell sein, damit sich die Pupillen des Kinds weit öffnen. Zeigt sich auf der fertigen Aufnahme ein weißer Fleck statt roter Augen, liegt der Verdacht auf ein Retinoblastom nahe. „Weitere Warnzeichen für ein Retinoblastom können eine weißlich-gelbe Färbung der Pupille, Schielen, ein gerötetes und schmerzendes Auge und erweiterte Pupillen bei einem oder beiden Augen sein“, ergänzt Terhardt. Bemerken Eltern solche Anzeichen, sollten sie möglichst bald einen Kinderarzt aufsuchen.


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